Es war ein schöner Tag. Die Sonne schien und die Vöglein zwitscherten zum seichten Lied des Windes. An so einem Tag kann eigentlich nichts schief gehen, eigentlich.
Voller Freude über meinen neuen AWUS036H hab ich gleich den Laptop angeworfen und wollte gucken, ob der W-LAN Adapter funktioniert. Nachdem der Laptop wie gewohnt hochgefahren ist, hab ich routinemäßig die Aktualisierung gestartet und lies einige Pakete aus dem Internet laden. Super, dachte ich, der Adapter läuft perfekt, der Laptop läuft wie eine eins und das monatelange Einrichten von Ubuntu hat sich endlich ausgezahlt. Doch dann kam die böse Überraschung.
Wie aus heiterem Himmel brach das Update ab und ich konnte keine Programme mehr starten oder Dateien öffnen. Linux ist auch nur ein Betriebssystem und ein Neustart wird sicherlich das Problem beheben. Also habe ich den Notausschalter beim Laptop genutzt und das Gerät neu hochfahren lassen. Als wenn das nicht genug gewesen wäre, wollte es nun gar nicht starten. Mit einer kleinen Fingerübung bzw. der Tastenkombination STRG+ALT+F12 konnte ich sehen, wo das Ubuntu seine Probleme hat. Und siehe da, es kam folgende Fehlermeldung:
68489.756311] ata3.00: status: { DRDY ERR }
[68489.756314] ata3.00: error: { UNC }
[68489.951583] ata3.00: configured for UDMA/133
[68489.951604] ata3: EH complete
[68492.671124] ata3.00: exception Emask 0×0 SAct 0×0 SErr 0×0 action 0×0
[68492.671133] ata3.00: BMDMA stat 0×24
[68492.671140] ata3.00: cmd c8/00:08:55:e8:8d/00:00:00:00:00/e2 tag 0 dma 4096 in
[68492.671142] res 51/40:00:56:e8:8d/00:00:00:00:00/02 Emask 0×9 (media error)
[68492.671145] ata3.00: status: { DRDY ERR }
[68492.671148] ata3.00: error: { UNC }
[68492.899657] ata3.00: configured for UDMA/133
[68492.899678] ata3: EH complete
[68495.610841] ata3.00: exception Emask 0×0 SAct 0×0 SErr 0×0 action 0×0
[68495.610851] ata3.00: BMDMA stat 0×24
[68495.610857] ata3.00: cmd c8/00:08:55:e8:8d/00:00:00:00:00/e2 tag 0 dma 4096 in
[68495.610859] res 51/40:00:56:e8:8d/00:00:00:00:00/02 Emask 0×9 (media error)
[68495.610863] ata3.00: status: { DRDY ERR }
[68495.610865] ata3.00: error: { UNC }
[68495.799599] ata3.00: configured for UDMA/133
[68495.799620] sd 2:0:0:0: [sda] Result: hostbyte=DID_OK driverbyte=DRIVER_SENSE,SUGGEST_OK
[68495.799626] sd 2:0:0:0: [sda] Sense Key : Medium Error [current] [descriptor]
[68495.799631] Descriptor sense data with sense descriptors (in hex):
[68495.799633] 72 03 11 04 00 00 00 0c 00 0a 80 00 00 00 00 00
[68495.799643] 02 8d e8 56
[68495.799647] sd 2:0:0:0: [sda] Add. Sense: Unrecovered read error – auto reallocate failed
[68495.799653] end_request: I/O error, dev sda, sector 42854486
[68495.799675] ata3: EH complete
[68495.800096] sd 2:0:0:0: [sda] 625142448 512-byte hardware sectors (320073 MB)
[68495.817023] sd 2:0:0:0: [sda] Write Protect is off
[68495.817030] sd 2:0:0:0: [sda] Mode Sense: 00 3a 00 00
[68495.819042] sd 2:0:0:0: [sda] Write cache: enabled, read cache: enabled, doesn’t support DPO or FUA
[68495.826120] sd 2:0:0:0: [sda] 625142448 512-byte hardware sectors (320073 MB)
Diese hat sich dann immer wiederholt und es wurden keine Daten geladen. Was mich zu diesem Zeitpunkt aber verwundert hat, war die Tatsache, dass ich noch Zugriff auf Grub, also den Bootloader, hatte.
An dieser Stelle möchte ich gerne den Film Fight Club zitieren: “Bitte bringen Sie Ihre Sitzlehnen in eine aufrechte Position…” Sollte das etwa wirklich bedeuten, dass sich die Festplatte von meinem Laptop verabschiedet hat? Im ersten Moment wollte ich dies nicht wahrhaben wollen. Da der Laptop nur zum Wardriven und als Jukebox auf genutzt wurde, waren keine wichtigen Daten auf dem Rechner. Trotzdem ärgerlich, weil ich eigentlich nicht vorhatte mir eine neue Platte zu kaufen. Also erstmal den alten Google bemüht und geschaut was es für Möglichkeiten gibt die Festplatte noch zu retten.
Da ich Anfangs davon ausgegangen bin, dass es an dem abgebrochenen Update liegt wollte ich folgenden Lösungsansatz probieren. Dazu muss man das System starten(und da kommt das erste Problem) und in der Konsole „sudo dpkg –configure -a“ und anschließend „sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade“ eingeben. Schenkt man diesem Thread Glauben, kann man damit ein fehlerhaftes Update wieder geradebiegen.
Da Ubuntu aber nicht mal mehr startete, musste eine andere Möglichkeit gesucht werden. Also hab ich mir erstmal eine Live CD gebrannt und versucht mit dem Befehl „e2fsck -p -f -t -t -v /dev/hda“ die Fehlerhaften Sektoren auf der Festplatte reparieren zu lassen. Doch nach schätzungsweise 6 Stunden brach das Programm ohne Fehlermeldung ab und der Fehler an der Platte bestand weiterhin. Auf der Seite rootsilver.com wird auf diesen Fehler eingegangen. Da sowieso keine wichtigen Daten auf der Platte waren und das System scheinbar nicht zu retten war, kam ich auf die glorreiche Idee die Festplatte einfach mal mit „dd“ komplett mit Nullen zu überschreiben. Eigentlich eine blöde Idee, weil das die fehlerhaften Sektoren auch nicht wieder repariert. Nun gut. Ich hab dann einfach konsequent aufgegeben und mir am nächsten Tag eine neue Festplatte gekauft.
Und die Moral von der Geschicht. Vertraue Festplatten niemals nicht.